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Virale und bakterielle Infektionen über Haut und Schleimhäute

 

Wer den Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums folgt, die gegenwärtig angesichts des Corona-Virus (SARS-CoV-2) unter www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html zu finden sind, ist sicher auf einem guten Weg, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Da die Einfallstore der Erreger die Schleimhäute der Atemwege (Nase, Lunge) und die Hautbarriere sind, sollten zusammen mit den Standard-Ratschlägen ergänzende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Das häufige Händewaschen inklusive Desinfizieren, z. B. durch hochprozentige, alkoholische Präparate, kann zu Hautbarriere-Schäden führen, die durch effektive Pflege- und Hautschutzcremes ausgeglichen werden müssen, da die Haut sonst rissig und erst recht durchlässig für Keime und andere Mikroorganismen wird - vgl. die von den Berufsgenossenschaften geforderten betrieblichen Hautschutzpläne.
  • Hautkontakte (Händeschütteln etc.) sind generell zu vermeiden.
  • Husten und Niesen in größtmöglichem Abstand von anderen Menschen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch sind gute Vorsichtsmaßnahmen.
  • Flaches Atmen gegen die Windrichtung und kurzes Luftanhalten sind hilfreich, wenn ein Gegenüber hustet oder niest.

Ein Hauptkriterium der Vorsorge wird jedoch regelmäßig vernachlässigt oder überhaupt nicht angesprochen: Die Luftfeuchte in Innenräumen - sei es privat oder in öffentlichen Gebäuden oder Einkaufsmeilen - ist im Winter je nach Außentemperatur sehr niedrig. Aus diesem Grund steigen in der kalten Jahreszeit regelmäßig die Probleme mit Barrierestörungen, wie z. B. Neurodermitis, sowie entzündliche Reizungen der Atemwegsorgane rasant an - ideale Voraussetzungen für Grippe und Co.

Um ein Beispiel zu nennen: Bei einer Außentemperatur von 0 °C und einer Außen-Luftfeuchte von 100% beträgt die Innen-Luftfeuchte bei Erwärmung der Luft auf 10 °C nur noch 50% und bei Erwärmung auf 20 °C nur noch 25%. Noch niedriger sind die Werte bei höheren Temperaturen, die in den Innenräumen durchaus üblich sind. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) der Haut und die Austrocknungsrate der Nasenschleimhäute steigen exponentiell an. In gleichem Maße wächst das Infektionsrisiko, da die Durchlässigkeit von Haut und Schleimhäuten für virale und bakterielle Erreger zunimmt.

Daher besteht im Winter eine der effektivsten Vorsorgemaßnahmen gegen Infekte darin, die Raumtemperaturen zu senken und statt kurzärmlichem Hemd oder Bluse warme Kleidungsstücke zu benutzen. Das spart darüber hinaus noch Geld und schont die Umwelt!

Wenn die Außentemperaturen im Frühjahr und Sommer steigen, nimmt die Luftfeuchte in Innenräumen wieder zu. Die Durchlässigkeit von Haut und Schleimhäuten normalisiert sich. Die Infektionsraten nehmen ab und Grippe & Co. kommen zum Stillstand. Voraussetzung ist allerdings, dass ein gewisser Anteil der Bevölkerung bereits immun ist. Das trifft für den neuen SARS-CoV-2 leider nicht zu.


Dr. Hans Lautenschläger



 
 
 
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Revision: 22.03.2020